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Für Betroffene

Spielen Sie noch…

…oder leiden Sie schon? Hier erfahren Sie, wie Sie mit Ihren Glücksspielproblemen umgehen – und wie Sie sich am besten helfen lassen können.

Trügerischer Nervenkitzel

Es ist ein schleichender Prozess, der von Betroffenen kaum wahrgenommen wird: Erst ist das Spielen völlig harmlos und sorgt gelegentlich für Glücksgefühle, Erregung und Nervenkitzel. Doch irgendwann braucht man den Kick immer und immer wieder.

Wie erkenne ich, dass ich Glücksspielprobleme habe?

Da zunächst keine äußerlichen Veränderungen erkennbar sind, ist es schwierig einzuschätzen, ob Ihr Spielverhalten riskant oder gar schon krankhaft ist. Anzeichen wie diese liefern Hinweise darauf:

  • Ich habe das unwiderstehliche Verlangen, immer wieder zu spielen.
  • Ich spiele mit ausgeborgtem Geld.
  • Wenn ich verliere, spiel ich weiter, um den Verlust zurückzugewinnen.
  • Ich bin geizig – außer beim Glücksspielen.
  • Die Einsetze werden immer höher, damit ich einen Nervenkitzel spüre.
  • Ich bin gereizt und unruhig, wenn ich nicht spielen kann.
  • Ich organisiere meine Freizeit rund ums Spielen.
  • Ich spiele mehrere Stunden hintereinander.
  • Ich vernachlässige meine Familie und Freunde.
  • Ich erfinde Ausreden erfinden, damit Andere nichts merken.
  • Ich verbringe viel Zeit damit, Geld fürs Spielen zu beschaffen oder das Spielen zu planen.
  • Ich habe bereits versucht, illegal an Geld fürs Spielen zu kommen.

Sie möchten Ihr Spielverhalten genauer überprüfen?
> Machen Sie hier den Selbsttest!

Raus aus dem Teufelskreis

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Ganz so einfach ist es nicht. Es gibt aber Strategien, die Ihnen dabei helfen können, den Teufelskreis zu durchbrechen.

Was kann ich tun, wenn ich mein Spielverhalten als riskant einstufe?

Machen Sie sich die negativen Folgen klar

Stellen Sie sich die Frage: Was geschieht, wenn ich immer weiterspiele? Die Wahrscheinlichkeit, hohe Verluste zu erleiden, ist groß. Die Folge: Sie könnten etwa Ihr Auto, Ihre Wohnung oder Ihre Arbeit verlieren. Aber auch soziale Verluste drohen: Streit mit nahestehenden Personen, bis hin zur Trennung von Freunden, Verwandten oder dem*der Lebensparter*in.

Hilfe suchen hilft

Ganz klar: Je eher Sie sich Hilfe holen, desto besser sind die Aussichten, dass Sie Ihr Glücksspielproblem frühzeitig in den Griff bekommen.

Sprechen Sie mit einer vertrauten Person

Auch wenn es Sie vielleicht Überwindung kostet: Es hilft sehr, wenn man das Gefühlt hat, nicht alleine zu sein. Sprechen Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen – eine gute Freundin oder ein guter Freund, Ihre Partnerin oder Ihr Partner, oder mit Ihren Eltern. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie Ihr Spielverhalten reduzieren können.

Alternativ oder zusätzlich sind Beratungsstellen eine gute Anlaufstelle: Sie haben Erfahrung und Informationen und unterstützen Sie bei der Suche nach einem geeigneten Hilfsangebot.

Spielen Sie mit klaren Regeln

Versuchen Sie, Ihr Spielverhalten wieder unter Kontrolle zu bekommen, indem Sie sich klare Regeln setzen:

  • Erlauben Sie sich das Spielen beispielsweise nur an bestimmten Spieltagen pro Woche. Oder setzen Sie sich ein Limit an Stunden oder Geldeinsatz pro Tag.
  • Überlegen Sie, wie viel Geld Sie pro Monat neben den Fixkosten frei zur Verfügung haben. Welchen Anteil davon wollen Sie monatlich für Glücksspielen ausgeben?
  • Der ausgegebene Betrag darf nur so hoch sein, dass Sie bei Totalverlust andere Aktivitäten nicht einschränken und sich kein Geld ausleihen oder Ihr Konto überziehen müssen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie nur so viel Zeit mit Glücksspielen verbringen, dass berufliche Verpflichtungen und familiäre Aufgaben nicht leiden.

Was kann ich tun, wenn ich nicht aufhören kann zu spielen und das Gefühl habe, vom Glücksspiel abhängig zu sein?

Auch hier gilt: Sprechen Sie mit einer Person, der Sie vertrauen. Überlegen Sie gemeinsam, was Sie tun können. Suchen Sie sich Unterstützung, um Ihr Spielverhalten einzuschränken.

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, sich von Expert*innen unterstützen zu lassen, zum Beispiel durch Beratung oder eine Therapie. Für die Behandlung des sogenannten pathologischen, also des krankhaften Glücksspielens gibt es verschiedene Ansätze:

  • ambulant
  • stationär
  • in Selbsthilfegruppen

Beratungsstellen helfen Ihnen bei der Suche nach einer geeigneten Behandlung und bieten Ihnen weitergehende Informationen.

Weitere Beratungsangebote

Beratungsangebote Bayern

Die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) ist die zentrale Stelle in Bayern für viele Angebote zur Beratung und Behandlung im ganzen Bundesland:

Beratungsangebote Deutschland

Hier finden Sie Links zu verschiedenen Netzwerken zum Thema problematisches Glückspielen/Spielsucht, die Adressen für Beratungsstellen in deutschen Städten und Regionen bereitstellen:

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